Koalition einigt sich auf WEG-Reform

Am 07.09.2020 hat sich die große Koalition aus CDU/CSU und SPD über die noch strittigen Punkte der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) geeinigt. Im November soll die Gesetzesänderung nun endlich in Kraft treten, nachdem diese bereits für September angekündigt waren.

Auf der Zielgeraden kam es dabei noch zu einigen Änderungen am vorliegenden Gesetzesentwurf. So wurden u.a. die Abstimmungsquoren bei Sanierungsmaßnahmen und die Kostenverteilerschlüssel geändert, wobei die beschlossenen Maßnahmen nicht unverhältnismäßig sein dürfen. Damit sollen sogenannte "Luxussanierungen" verhindert werden.

Anspruch auf zertifizierten Verwalter

Zudem soll die Tätigkeit des WEG-Verwalters aufgewertet werden. Danach erhält jeder Eigentümer das Recht – nach einer Übergangszeit von mehr als drei Jahren – einen Sachkundenachweis vom Verwalter einfordern zu dürfen, der ausschließlich bei der Industrie- und Handelskammer absolviert werden kann. Das wird die Qualität der Verwaltung steigern und "unqualifizierte Verwalter oder gar schwarze Schafe aus dem Markt drängen", so Jan-Marco Luczak, rechts- und verbraucherpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag.

Nachdem die Streitpunkte beigelegt sind, kann die WEG-Reform nun ihr Hauptziel erreichen: Gebäudemodernisierungen für E-Mobilität, Barrierefreiheit, Einbruchsschutz oder Hochgeschwindigkeitsinternet zu erleichtern. All dies können künftig einzelne Eigentümer verlangen, wenn sie die entstehenden Kosten selbst tragen.